NRW-Ministerinnen Ina Brandes und Mona Neubaur besuchen ReCO2NWert als Teil der Innovationsreise durch das Rheinische Revier

Im Rahmen ihrer gemeinsamen Forschungs- und Innovationsreise durch das Rheinische Revier, besuchten Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur und Kultur- und Wissenschaftsministerin Ina Brandes das Projekt ReCO2NWert. An den Standorten der Müllverbrennungsanlage Weisweiler und dem Babor Beauty Cluster in Eschweiler konnten die beiden Ministerinnen Einblicke gewinnen, wie der Strukturwandel durch das Projekte konkret vorangetrieben wird. 

Nordrhein-Westfalen hat es sich zum Ziel gesetzt, den Wandel zu einer zirkulären Wirtschaft aktiv voranzutreiben. Wenn Wertstoffe im Kreislauf bleiben und konsequent weitergenutzt werden, schont das Ressourcen, stärkt die Wettbewerbsfähigkeit und die Resilienz der Unternehmen und erhält Arbeitsplätze. Hierzu leistet das Projekt ReCO2NWert einen wichtigen Beitrag, indem es innovative biotechnologische CO2 Verwertung mit den Sektoren Abfallwirtschaft, Kosmetik- und Kunststoffindustrie verknüpft.  

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „Wenn Wertstoffe im Kreislauf bleiben und konsequent weitergenutzt werden, schont das Ressourcen und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz der Unternehmen. Starke Innovationen aus Nordrhein-Westfalen verbinden moderne Technologien und Nachhaltigkeit, bringen die Industrie voran und sind für alle Menschen von konkretem Nutzen. Das zeigt das Projekt ReCO2NWert eindrucksvoll: Hier arbeiten Forscherinnen und Forscher und die Beschäftigten der Müllverbrennungsanlage Weisweiler eng zusammen, um unvermeidbare CO2-haltige Rauchgase so aufzubereiten, dass sie für die Kosmetikindustrie genutzt werden können. Ein wichtiger Beitrag für die Umwelt, für die Wirtschaft, für den Strukturwandel im Rheinischen Revier und für die Menschen, die hier zukunftssichere Arbeitsplätze haben.” 

Ministerin Brandes hob hervor: „Unser volkswirtschaftlicher Wohlstand in Deutschland beruht zu einem nennenswerten Teil darauf, dass den Menschen hier immer etwas eingefallen ist und sie daraus ein funktionierendes Geschäftsmodell entwickelt haben. Das Projekt ReCO2NWert ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Erkenntnisse aus der Spitzenforschung ‚made in NRW‘ wurden aus dem Labor in die industrielle Anwendung überführt. Für solche interdisziplinäre und anwendungsnahe Forschung steht das Rheinische Revier.“ 

Bei den beiden Industriepartnern MVA Weisweiler und Babor Beauty Group konnten die Ministerinnen erleben, wie dieser Strukturwandel durch das Projekt vorangebracht wird und wie sich der biotechnologische Prozess in das umfassende Nachhaltigkeitskonzept der beiden Unternehmen einbettet.  

Die MVA Weisweiler engagiert sich schon intensiv für die Energiewende und den Umweltschutz und fördert Prozesse der Kreislaufwirtschaft. Sobald das Braunkohlekraftwerk Weisweiler der RWE Power AG 2029 vom Netz geht, muss die Fernwärmeversorgung der Stadt Aachen auf andere Weise sichergestellt werden. Die MVA Weisweiler liefert hierzu einen weiteren entscheidenden Baustein, indem sie ab 2029 die Energie, die bei der Müllverbrennung entsteht für die Fernwärmeversorgung der Stadt Aachen und umliegenden Orten zur Verfügung stellt. Diese Energie steht somit jedoch nicht mehr zur Verfügung, um durch geeignete Prozesse das bei der Müllverbrennung entstehende CO2 zu verwerten oder zu speichern. Der ReCO2NWert Prozess bietet jedoch für die MVA Weisweiler die große Chance, signifikante Mengen des im Rauchgas enthaltenen CO2 zu reduzieren und einen entscheidenden Schritt in Richtung Klimaneutralität zu gehen. 

Die Babor Beauty Group produziert Premiumkosmetik auf einer ehemaligen Abraumhalde mitten im Rheinischen Revier. Im Jahr 2023 wurde als hochmodernes Energieeffizienzhaus das Babor Beauty Cluster als Produktions- und Logistik Standort des Unternehmens errichtet. Der beeindruckende Standort zeigt die ehrgeizigen Zukunftspläne des Familienunternehmens hinsichtlich Nachhaltigkeit. Das Gebäude befindet sich nur wenige Kilometer entfernt von der Müllverbrennungsanlage. Die Produkte des ReCO2NWert Prozesses könnten künftig direkte Verwendung in über 100 Produkten des Unternehmens finden und so den Kohlenstoff regional im Kreislauf halten. 

Über das Projekt ReCO2NWert: 

Im Projekt ReCO2NWert (Umsetzung der Ressourcenwende in der chemischen Industrie durch biotechnologische CO2 Nutzung in regionalen Wertschöpfungsketten) wird eine Plattformtechnologie entwickelt, mit der unvermeidbare CO2-haltige Prozessgase biotechnologisch in industriell nutzbare Produkte umgewandelt werden können. Der Kohlenstoff wird somit nachhaltig in den Produkten gebunden und gelangt nicht mehr in die Atmosphäre. Im Projekt dienen die CO2-haltige Rauchgas der MVA Weisweiler als Ausgangsstoff. Sie werden sie in Synthesegas umgewandelt. Optimierte Mikroorganismen nutzen dieses Gas zur Synthese hochwertiger industriell nutzbarer Produkte. Diese Produkte in Form von kurzkettigen Alkoholen werden im nächsten Schritt z.B. als konservierende, kühlende oder antibakterielle Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten der BABOR Beauty Group oder als Vorstufen für Kunststoffe bei der Firma Covestro getestet.  

Die entwickelte Plattformtechnologie soll Industrien inner- und außerhalb des Rheinische Reviers die ökonomische Verwertbarkeit des Prozesses und der hergestellten Produkte demonstrieren. Zu diesem Zweck soll bereits während der Projektlaufzeit eine Containeranlage gebaut werden, um die CO2-haltigen Prozessgase direkt am Entstehungsort an der MVA Weisweiler für den biotechnologischen Prozess nutzbar zu machen. Eine zweite Containeranlage wird konzeptioniert, welche den Prozess abbildet und als mobile Einheit im Rheinische Revier eingesetzt werden soll. In Kombination können diese Containeranlagen künftig CO2-haltige Prozessgase lokal nutzen, in Produkte umwandeln und so eine regionale Wertschöpfungskette demonstrieren.  

 

Bildquelle ©Thomas Rodriguez

Besuchen Sie die Projekt-Website: https://reco2nwert.de/

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