How to turn Lignin Valorisation into Success

Workshop organisiert durch die EU Projekte COUNTLESS and LIGNOFUN
Am 22. September brachte CLIB im Rahmen der Renewable Materials Conference 2026 Expertinnen und Experten aus Industrie, Forschung und Innovation zum Workshop “How to Turn Lignin Valorisation into Success” zusammen. Das Interesse am Thema war groß: Bereits am ersten Konferenztag zeigte eine eigene Session zur Lignin-Valorisierung, dass Lignin zunehmend in den Fokus der Bioökonomie rückt. Neben seinem Potenzial als nachhaltige Alternative zu fossilen Aromaten gewinnt der Rohstoff auch vor dem Hintergrund unsicherer fossiler Lieferketten weiter an Bedeutung.

Der Workshop wurde von den CBE JU-Projekten LIGNOFUN und COUNTLESS ausgerichtet. Beide Projekte verfolgen das Ziel, ligninbasierte aromatische Verbindungen für industrielle Anwendungen verfügbar zu machen und damit fossile Rohstoffe in einer Vielzahl von Produkten zu ersetzen. Entsprechend vielfältig war die Zusammensetzung der Teilnehmenden: Neben Projektpartnern beteiligten sich Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Anwendungsbereiche entlang der Wertschöpfungskette.
Im Mittelpunkt des Workshops standen zwei zentrale Fragen:
- Wie lassen sich unterschiedliche Lignin-Rohstoffe und Verarbeitungsverfahren optimal mit konkreten Anwendungsfeldern verknüpfen?
- Für welche Produkte können ligninbasierte Zwischenprodukte einen echten Mehrwert schaffen und welche Marktchancen ergeben sich daraus?
Die Diskussionen machten deutlich, dass die hohe Vielfalt und Heterogenität von Ligninen zugleich Herausforderung und Chance ist. Um passgenaue und wettbewerbsfähige Lösungen zu entwickeln, werden umfassende Daten und ein besseres Verständnis der Zusammenhänge zwischen Rohstoff, Prozess und Anwendung benötigt. Gleichzeitig wurde betont, wie wichtig eine enge Abstimmung zwischen Rohstoffanbietern, Technologieentwicklern und weiterverarbeitenden Unternehmen ist, um Anforderungen frühzeitig zu definieren und Innovationen zielgerichtet in den Markt zu bringen.
Besonders deutlich wurde dabei das Potenzial moderner Depolymerisierungs- und Fraktionierungstechnologien. Allein in den Projekten LIGNOFUN und COUNTLESS werden mehrere Verfahren entwickelt und skaliert, die die Herstellung maßgeschneiderter Bio-Aromaten mit unterschiedlichen Eigenschaften ermöglichen. Dies eröffnet neue Perspektiven für Anwendungen in Bereichen wie Kunststoffe, Harze, Beschichtungen oder Spezialchemikalien.

Zum Abschluss entwickelten die Teilnehmenden gemeinsam eine Roadmap mit wichtigen Akteuren und konkreten Handlungsschritten für die weitere Entwicklung der Lignin-Wertschöpfungskette. Trotz der unterschiedlichen Perspektiven bestand Einigkeit darüber, dass die erfolgreiche Markteinführung ligninbasierter Lösungen nur durch ein gemeinsames Vorgehen aller Beteiligten gelingen kann. Einzelne Akteure allein werden den Marktdurchbruch nicht erreichen. Stattdessen braucht es Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette, geeignete Förderinstrumente für First-of-a-Kind-Anlagen sowie Investitionen, die technologische Risiken abfedern und die Skalierung neuer Lösungen ermöglichen.
Ebenso wichtig bleibt die Sichtbarkeit des Themas. Clusterorganisationen, Forschungsprojekte und weitere Multiplikatoren können eine entscheidende Rolle dabei spielen, das Potenzial ligninbasierter Produkte sichtbar zu machen, erfolgreiche Beispiele zu kommunizieren und Vertrauen in diese innovative Rohstoffbasis aufzubauen.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmenden für die engagierten Diskussionen und die wertvollen Beiträge. Die Ergebnisse des Workshops werden in die weiteren Aktivitäten von LIGNOFUN und COUNTLESS einfließen und die Entwicklung einer starken europäischen Lignin-Wertschöpfungskette unterstützen.

