Realise-Bio teilt zentrale Handlungsempfehlungen zur Realisierung der Bioökonomie

Letzte Woche fand das Abschlusswebinar in unserem Interreg Deutschland-Nederland Projekt Realise-Bio statt. Die Expertinnen und Experten aus dem Konsortium haben interessierten Teilnehmenden aus der deutsch-niederländischen Grenzregion und darüber hinaus die zentralen Handlungsempfehlungen für die Realisierung bioökonomischer Innovationen vorgestellt.

In acht verschiedenen Themengebieten konnte das Projekt aus den neun geförderten Modellprojekten und dem aufgebauten erweiterten Netzwerk Herausforderungen, Fragestellungen und Lösungen sammeln.

Patrick Lemmens (LLTB) sprach im Themenfeld Rohstoffe darüber, wie wichtig eine direkte Kooperation auf Augenhöhe zwischen Primärproduzent und Verarbeiter ist, die Risiken und Verantwortung fair verteilt.

Katrin Kriebs (CLIB) betonte, wie wichtig eine frühe Planung im Prozessdesign und die Betrachtung der gesamten Produktion inklusive aller benötigten Ressourcen, um Hürden frühzeitig zu erkennen.

Peter Stoffels (CLIB) stellte die Empfehlungen zum Thema Markt und Konsument vor und sprach unter anderem darüber, dass Nachhaltigkeit allein nicht ausreicht, sondern Funktionalität häufig ein wichtigerer Faktor im Markt ist.

Holger Beckmann (GEMIT and der Hochschule Niederrhein) hob in den zwei vom GEMIT bearbeiteten Themenbereichen hervor, dass die Bewertung der Wirtschaftlichkeit einer Innovation kein einmaliger, sondern ein iterativer Prozess ist und dass die Nutzung von Biomasse als Rohstoff spezielle Herausforderungen für die Logistik darstellt, die unter anderem mit Daten-basierten Optimierungsprozessen und Reverslogistik beantwortet werden können.

Yvonne van der Velden (Brightlands Campus Greenport Venlo) sprach im Themenfeld Finanzierung darüber, wie öffentliche Förderung, Steuervergünstigungen oder der Zugang zu Kapital die Bioökonomie fördern können. Für Regulatorik und Gesetzgebung ist es besonders relevant, Innovation zu beschleunigen und faire Voraussetzungen für Wachstum zu schaffen.

Ali Ghannadzadeh (AMIBM) stellte seine Erkenntnisse zur Lebenszyklusanalyse (LCA) vor und erläuterte, warum herkömmliche statische LCA-Methoden die unterschiedlichen zeitlichen Dynamiken biobasierter Produkte nicht angemessen abbilden können.

Im Anschluss haben Chris Baumhöer und Jonas Finkeldei vom Unternehmen eudemia ihre wichtigsten Erkenntnisse für die Realisierung ihrer Innovation geteilt. eudemia hat gemeinsam mit SAM Panels in einem Modellprojekt ein biobasiertes und kompostierbares Möbelsystem entwickelt. Sie betonten, dass eine frühe Planung der Prozessabläufe, inklusive der Kreislauffähigkeit des Produktes, wichtig ist, ohne dabei die notwendige Flexibilität zu verlieren, um auf Veränderungen reagieren zu können. Auch die frühe Einbindung des Marktes war ein entscheidender Erfolgsfaktor auf ihrem bisherigen Weg.

 

Wir danken allen Teilnehmenden, Referentinnen und Referenten und dem Realise-Bio Konsortium für dieses gelungene Abschlusswebinar. Die ausführlichen Handlungsempfehlungen werden im April 2026 veröffentlicht und stehen dann kostenlos unter www.realise-bio.com zum Download zur Verfügung.