Wie können unsere Häuser nachhaltiger werden? CLIB-Webinar Rückblick

Während der kalten Jahreszeit verbringen wir meist mehr Zeit in unseren warmen Wohnungen und Häusern, um es uns gemütlich zu machen. Wir bei CLIB haben dies als Gelegenheit genutzt, einen genaueren Blick darauf zu werfen und unsere wissenschaftliche Lupe auf das Feld nachhaltiger Innenarchitektur zu richten. Wir wollten in unserem Webinar erforschen, wie innovative Materialien, Designprinzipien und sektorübergreifende Zusammenarbeit den Innenarchitektursektor nachhaltiger machen können und ob es bereits marktreife Lösungen gibt.

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Zum Auftakt führten Tatjana Schwabe-Marković und Peter Stoffels das Thema ein und zeigten, wie mehrere Projekte bei CLIB derzeit eine Schnittfläche zum Möbel- und Innenarchitektursektor haben. Neben dem Triple-S-Projekt, das diesen Bereich speziell als interessante Schnittstelle für Biotechnologie betrachtete, behandelte das Interreg DE-NL-Projekt Realise-Bio die Produktion nachhaltiger Materialien und die Wertschöpfung aus biogenen Seitenströmen. Auch bei den Projekten COUNTLESS und LIGNOFUN steht die Verwertung Nebenströmen im Fokus, hier spezifisch von Lignin. Durch drei innovative Prozesse, zahlreiche Prototypenanwendungen und erfahrene Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette werden diese Projekte ligninbasierte aromatische Chemikalien für Anwendungen wie nachhaltige Klebstoffe und Beschichtungen sowie Flammschutzmittel liefern.

Nach der Einführung war es Zeit für vier Vorträge von akademischen Forschungsinstituten und Start-ups.

Wilfried Sailer-Kronlachner stellte die Aktivitäten bei Wood K Plus vor und beschrieb die Herausforderungen und Qualitätsanforderungen bei der Suche nach neuen biobasierten Bindemitteln und Klebstoffen in der Holzplattenproduktion. Er stellte außerdem die Beschäftigungen der SUSBIND- und SUSBOARD-Projekte vor, die 100 % biobasierte und formaldehydfreie Alternativen zu fossilen Aminen in Klebstoffen auf Basis von Zucker untersuchen.

Das Start-up Eudemia war Teil eines Pilotprojekts bei Realise-Bio und hat dort an der Herstellung modularer und vollständig kompostierbarer Möbel aus biobasierten Nebenströmen gearbeitet. In ihrer Präsentation präsentierten Chris Baumhöer und Jonas Finkeldei ihre Vision von zirkulärem Möbeldesign und zeigten, wie clevere Designentscheidungen und die richtigen Materialpartnerschaften diese Kriterien erfüllen können.

Annalisa Moru von Squim präsentierte MOGU, ein Verbundmaterial auf Basis von Pilzmyzel, das für Innenarchitekturprodukte und architektonische Oberflächen verwendet werden kann. Als Myzelkompositen sind diese Produkte nicht nur äußerst variabel in Wachstum und Form, sondern können auch für eine Vielzahl von Anwendungen auf Basis biobasierter Materialien maßgeschneidert werden.

Schließlich führte Andreja Kutnar von der New European Bauhaus Academy und dem InnoRenew CoE Holzklebstoffe und deren Rolle im Innendesign ein. Sie wies darauf hin, dass bei der Verwendung von Holz als Baumaterial offensichtlich Brandschutzvorschriften eingehalten werden müssen. Dazu gehört der Einsatz von Brandschutzmitteln, die häufig auf Ammoniumpolyphosphat basieren. Obwohl dies den Sicherheitsvorschriften entspricht, können unerwartete Nebenwirkungen auftreten, die den visuellen Aspekt der Inneneinrichtung beeinträchtigen: Holzfurnieren können ihre Farbe verändern. Sie betonte die Notwendigkeit besserer Interaktion und Zusammenarbeit, aber auch für einen Ansatz, bei dem das Risiko bei der Verwendung neuer Materialien von allen Akteuren – Architekten, Bauunternehmen und Versicherern – geteilt und abgedeckt wird.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden und besonders bei den Referent*innen für dieses spannende Webinar.